Antiochia

Das „Coda“ befindet sich am nördlichen Rand unserer Stadt in einem Villenkomplex, den Architekten gegen Ende des 19. Jahrhunderts für wohl wesentlich lebensfrohere Bestimmungen entworfen hatten, als reichlich einhundert Jahre später genetisch ungünstig disponierten Menschen ein Dach über dem Kopf beim Sterben zu bieten. Müsste ich drei Dinge aufzählen, die charakteristisch für die peinlichen Ablenkungsmanöver unserer Gegenwart sind, so wären es: ekelhaftes Craft Beer, inflationäres Yoga und der Mythos des glücklichen Sterbens im Hospiz. Das „Coda“ berechnet 3.000,- Euro monatlich. Vielleicht sollte ich mich mit dem Sterben beeilen.

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